Wie tragen unterschiedliche Akteure im Rhein-Neckar-Raum zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinte Nationen bei? Mit dieser Leitfrage beschäftigen sich derzeit 19 Schülerinnen und Schüler im Seminarkurs „Nachhaltigkeit im Rhein-Neckar-Raum“. Ein besonderer Höhepunkt des Kurses war der Besuch der KLiBA, (Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis), die mit einem interaktiven Climate-Action-Simulation-Rollenspiel spannende Einblicke in globale Klimaverhandlungen ermöglichte.
Mit Hilfe des Klima-Energiesimulators En-ROADS – entwickelt von der MIT Sloan Sustainability Initiative und Climate Interactive – schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rollen verschiedener Delegationen und verhandelten über Maßnahmen zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs.
Besonders eindrucksvoll war, dass die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen der Delegationen nicht nur besprochen, sondern unmittelbar erfahrbar wurden: Während einige Gruppen üppig mit Cola und Keksen ausgestattet waren, blieben andere Tische bewusst schlicht. Auch bei der Reihenfolge der Redebeiträge zeigte sich, wie unterschiedlich Einfluss verteilt sein kann. So wurde für alle unmittelbar spürbar, welche Bedeutung finanzielle Mittel, Macht und politische Position in internationalen Verhandlungen haben.
Schnell zeigte sich, wie komplex klimapolitische Entscheidungen sind: Soll stärker auf erneuerbare Energien gesetzt werden? Ist ein schneller Kohleausstieg realistisch? Welche Rolle spielen Aufforstung, Subventionen oder veränderte Konsumgewohnheiten? Die Klasse diskutierte engagiert, wog unterschiedliche Interessen ab und versuchte gemeinsam, den Temperaturanstieg auf unter 2 °C zu begrenzen.
Das Rollenspiel machte eindrucksvoll deutlich, dass Klimaschutz nicht nur eine politische Aufgabe ist, sondern eng mit persönlichem Handeln und gesellschaftlicher Verantwortung zusammenhängt.
Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler waren durchweg positiv. Herr Boeke von der KLiBA schuf eine Atmosphäre, in der sich alle schnell auf ihre Rollen einlassen konnten. Mit viel Engagement vertraten die Teilnehmenden ihre Positionen und diskutierten konzentriert miteinander. Zum Abschluss zeigte sich Herr Boeke beeindruckt vom Einsatz und Wissen unserer Schülerinnen und Schüler – ein schöner Abschluss einer Veranstaltung, die sicher in Erinnerung bleibt.
(Gro/Weh)
13.04.2026
